Wie Pathfind.air entstand                                      

Dezember 2025

Pathfind.air ist kein Kunstname. Er ist gewachsen – aus Bewegung, aus Naturverbundenheit und aus der wiederkehrenden Erfahrung, dass Wege nicht gemacht werden, sondern sich zeigen, wenn Raum entsteht.

Meine Liebe zur Natur reicht weit zurück. Schon als Kind war das Draußensein ein selbstverständlicher Teil meines Lebens. Mit meinen Eltern und meinen beiden Brüdern verbrachte ich unzählige Tage wandernd, auf Campingplätzen, in Kanus auf Flüssen und Seen. Diese frühen Erfahrungen haben mich geprägt. Ich spürte schon damals intuitiv, dass das freie Herumstreunen in der Natur eine heilsame und erdende Wirkung auf mich hatte.

Als quirlige, aktive Persönlichkeit mit einem hohen Bewegungsdrang schenkte mir die Natur etwas, das ich anders kaum fand: Zentrierung, Regulation und ein tiefes Gefühl von Verbundenheit. Bewegung draußen bedeutete für mich nicht nur Aktivität, sondern innere Ordnung.

Direkt nach dem Abitur zog es mich mit dem Rucksack nach Kanada. Ich volontierte auf verschiedenen Farmen und bereiste den Westen des Landes. Es folgten über die Jahre längere Auslandsaufenthalte in Frankreich, Australien, Indonesien, Neuseeland (mehrfach), Vietnam, England, Schottland und Irland. Diese Reisen waren nie rein touristisch. Sie waren fast immer verbunden mit einfachen Lebensformen, mit Camping, Fernwanderwegen, Bikepacking und intensiven Naturbegegnungen.

2019, am Ende meines Studiums, traf ich eine bewusste Entscheidung: Ich lief den neuseeländischen Fernwanderweg Te Araroa – über Monate hinweg, mit Rucksack, kleinem Zelt und reduzierter Ausrüstung. Diese Zeit bedeutete für mich eine tiefe Rückverbindung mit mir selbst. Es war eine Reise nach innen, getragen von äußeren Wegen. Eine Zeit, in der die großen Fragen des Lebens Raum bekamen – nicht, weil ich sie aktiv suchte, sondern weil sie sich unterwegs zeigten.

Parallel dazu vertiefte sich meine langjährige Yogapraxis. Pranayama und später Breathwork wurden zu einem festen Bestandteil meines Lebens und meiner spirituellen Ausrichtung. Ich erlebte immer deutlicher, wie Atem Räume öffnet: Räume für Wahrnehmung, für Klarheit, für innere Ausrichtung. Räume, in denen sich ein persönlicher Weg nicht erdenken, sondern erspüren lässt.

Aus dem Wunsch heraus, diese Erfahrungen weiterzugeben, entstanden Atemreisen und später die Idee, systemisches Wandercoaching als zusätzliches Angebot zu integrieren. Menschen nicht nur im Gespräch, sondern im Gehen, im Draußensein, im bewussten Atmen zu begleiten.

So formte sich allmählich der Name Pathfind.air.

Er verbindet Pathfinder / Pfadfinder – die Suche nach dem eigenen Weg – mit Air: Luft, Atem, Frischluft, Prana. Wege entstehen, indem wir Raum schaffen. Räume entstehen durch Atem. Und in diesen Räumen beginnen wir zu träumen, zu fühlen, zu erkennen.

Pathfind.air steht für genau diesen Prozess: Für das bewusste Unterwegssein – innen wie außen. Für die Verbindung von Natur, Bewegung, Atem und innerer Orientierung. Und für die Einladung, den eigenen Weg nicht zu erzwingen, sondern ihn entstehen zu lassen.

Ich freue mich darauf Räume zu öffnen und zu halten, indem du durch aufmerksames Lauschen deine eigenen Wegweiser erkennst und den Mut fasst, deinen Lebenspfad Schritt für Schritt zu beschreiten. 

Santosha – die Praxis der inneren Zufriedenheit

Januar 2026

In den Yoga-Sutras beschreibt Patanjali Santosha als eine der grundlegenden Haltungen auf dem yogischen Weg. Santosha wird oft mit Zufriedenheit übersetzt, meint jedoch weit mehr als momentanes Wohlbefinden. Es ist die Fähigkeit, dem gegenwärtigen Moment mit Offenheit zu begegnen und Frieden zu finden – unabhängig von äußeren Umständen.

In meinen Yogastunden verstehe ich Santosha als einen inneren Raum, der sich durch bewusste Praxis öffnet. Über Atem, Bewegung und Stille lade ich dazu ein, die Aufmerksamkeit nach innen zu richten und wahrzunehmen, was bereits da ist. Wenn der Geist zur Ruhe kommt, entsteht die Möglichkeit, sich vom ständigen Streben zu lösen und dem Leben mit Vertrauen zu begegnen.

Patanjali beschreibt, dass aus Santosha eine tiefe innere Freude erwächst. Diese Freude ist nicht laut oder abhängig, sondern still und beständig. Sie entsteht durch Bewusstwerdung – und durch Dankbarkeit für die einfachen, oft übersehenen Geschenke des Lebens: den Fluss des Atems, die Weisheit des Körpers, den gegenwärtigen Augenblick.

Santosha ist damit keine Haltung, die wir uns erarbeiten müssen. Sie zeigt sich, wenn wir Raum schaffen. Raum für Prana, für Wahrnehmung, für Hingabe an das, was ist. In diesem Raum erinnert uns die Praxis daran, dass Zufriedenheit ein natürlicher Zustand ist – wenn wir aufhören, ihn im Außen zu suchen.